Weise Menschen, die mein Leben bereicherten:

Hierher kopiert vom Erkenntnis-Reich.de am 24.02.2022

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Siehe evtl. vorher "Definition Weisheit" (DI)


Dass ich Jemanden als weise bezeichne, das heißt schon was.
Es sind 4 Männer, Buddha, Heraklit, Uwe Schade, Werner Braun
und zwei Frauen, Marie Freifrau Ebner von Eschenbach und Sobonfu E. Somé

Alle leben nicht mehr, zuletzt starb Sobonfu E. Somé am 14. Januar 2017

Nach meinem DenKen bin ich überzeugt, dass es mehr weise Frauen geben muss, als weise Männer. Das hat etwas mit Evolution zu tun.

Zur Evolution:
Diejenige Spezies, die sich mehr anpassen muss, die muss auch mehr Überlebensstrategien entwickeln. Das fordert das Gehirn! Da die Frauen den Männern in Größe und Kraft unterlegen sind blieb und bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Männer soweit in den Griff zu bekommen, dass der Mann dies nicht bemerkte/bemerkt und weiterhin annahm der Bestimmende zu sein. Viele Männer werden mir das, nach Jahren und Jahrzehnten des Zusammenlebens mit einer Frau, bestätigen können.

 

Zum Auftreten:
Ein primitiver Mensch, egal ob Mann oder Frau, fällt überwiegend durch seine Lautstärke und sein Gehabe auf.
Ein intelligenter Mensch, vor allem ein weiser Mensch ist eher das Gegenteil und fällt kaum noch auf, da er/sie sich zurückhält. Frauen halten sich deutlicher zurück, als Männer. Siehe das Beispiel "Angela Merkel". Zum Glück für Deutschland und der guten wirtschaftlichen Entwicklung reagiert Angela Merkel nicht auf die häufig wohlfeilen Angriffe der Männer - siehe das schlechte Beispiel "Horst Seehofer". Nachzulesen in meinem offenen Brief an Horst Seehofer in "
Betrug und Selbstbetrug"

Aus Vorgenanntem kann ich mich gut - als Mann - in eine Frau hineinversersetzen und möchte aus dem Blickwinkel einer Frau - die Männer betrachtend - sagen, dass es keinen Sinn macht mit Männern zu diskutieren, da diese kaum bis nicht ihre Fehler zugeben können. Jetzt die Sicht einer Frau: Ich verhalte mich lieber ruhig und mache mir meine Gedanken, wie ich die Männer dazu bringe, das zu machen, was ich will.

Aus dieser - überwiegend zurückhaltenden - Position heraus fielen weise Frauen in der Geschichte kaum bis nicht auf. Schade!
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Ausarbeitungen zu den aufgeführten 5 weisen Menschen, die ich bis dato ausfindig gemacht habe, folgen weiter im Text.

Damit widerspreche ich nicht der Auffassung von
Prof. Paul Baltes, der eine Weisheitsskala von 1 bis 7 aufgestellt hat und sagt , dass die 7 noch kein Mensch erreicht hat. (so Prof. Paul Baltes und Prof. Ursula Staudinger)

Doch, ich widerspreche - nur in seeeeeehr geringem Umfang. Die Wahrscheinlichkeit dieser extrem seltenen Ausnahme liegt bei ca. 1 : 4 Milliarden.

In Zahlen: 1 : 4.000.000.000

Wer ein bisschen mit Zahlen umgehen kann, der weiß, dass Prof. Paul Baltes und Prof. Ursula Staudinger's Aussage höchstwahrscheinlich richtig ist!

Für einen gewissen Zeitabschnitt nehme ich auch Hermann Hesse - als Weisen - hinzu. Das war der Zeitpunkt, als es
Siddhartha schrieb. Danach fiel er leider einer unaufhaltsamen Umnachtung zum Opfer.

Letztendlich bin ich mir sicher, und dies ist meinem Wahrscheinlichkeitsdenken geschuldet, dass es mehr weise Menschen gab, als die 5 von mir beschriebenen.

Etwas Treffendes:

Dummheit und Lautstärke sind Brüder,

wie Weisheit, Ruhe und Gelassenkeit.
                                                                                                     Ulrich H. Rose vom 11.02.2017

Hier die von mir in den letzten 20 Jahren gefundenen

5 Weisen, von denen es mehr gegeben haben muss:

Heraklit

Buddha

 

Uwe Schade

 

Die Weisheit von Uwe Schade muss nicht beschrieben, sie kann auch nicht beschrieben werden, Uwe Schade beschrieb es in:

 

Die Harmonie der Welt

Ein älterer Herr saß am Jungfernstieg am Straßenrand, vor ihm eine kleine
Schachtel und ein Schild mit dem Text: "
Lyrik eines Landstreichers".
Davor lagen drei fotokopierte Hefte: "Die Harmonie der Welt ".
Ich fragte den Herrn, was das sei, was es kostet. Er antwortete mir mit einer
leisen, unendlich ruhigen Stimme: "Eine milde Gabe."
Ich gab ihm 5 DM, setzte mich zu ihm auf den Fußweg und begann, die ersten
Verse zu lesen. Ich war ergriffen und aufgewühlt.

Auf meine Frage sagte er:
"Ich hatte eine Vision. Den Text habe ich in einer Nacht aufgeschrieben, weder
vorher noch nachher etwas anderes."

Erst heute, Jahre später, habe ich sein Werk verstanden. Genau so ist die Welt.
Vielen Dank, lieber Uwe Schade.

 

Lyrik eines Landstreichers

Die Harmonie der Welt  von Uwe Schade

 

Dein Schicksal überrascht Dich nicht
Denn Du bist Dein Schicksal
Deine Begegnungen wundern Dich nicht
Denn Du bist nicht getrennt von ihnen
Dein Tod schreckt Dich nicht
Denn Du bist tausendmal gestorben.

Deine Bewegungen sind die Bewegungen der Welt
Deine Verwandlungen sind die Verwandlungen der Welt
Dein Stillstehen ist nur ein Schein
Dein Sterben ist nur ein Wort.

Du meinst, Du seiest etwas Bestimmtes
Doch Du bist nur eine Welle im Weltenmeer
Du meinst, Du seiest selbstständig
Doch Du bist nur ein Treffpunkt von hunderttausend Kräften

Du meinst, Du kannst Dich lenken
Weil Du nicht siehst, was Dich zieht und treibt
Du meinst, Du müßtest etwas tun
Doch Deine Anstrengung ist nur Widerstand.

Hast Du Schmerzen, lauf nicht davon
Hast Du Hoffnungen, halt sie nicht fest
Suchst Du die Freiheit, bindet Dein Suchen Dich
Ergreifst Du das Gute, ist Dein Greifen das Böse.

 

Weil Du unglücklich bist, strebst Du
Weil Du Angst hast, denkst Du
Doch Dein Streben wird kein Glück
Dein Denken wird keine Ruhe.

 

Du suchst eine Zuflucht
Doch es gibt keinen Schutz
Du suchst einen Ausweg
Doch es gibt keine Öffnung.

 

In Deiner Rede reden tausend Menschen
In Deinem Gang gehen Lurche und Pferde
Aus Deinen Augen blicken Vogel und Reh
Deiner Hände Greifen ist das Greifen der Steinzeitmenschen.

 

Dein Fühlen ist Wahrheit
Dein Vorstellen ist Schein
Du jagst nach dem Schein
Und die Wahrheit verfolgt Dich.

 

Du hast Schmerz an der Welt
Und suchst Trost im Vergnügen -
Sie schnitten mit Messern durch Deine Seele
Und trösteten Dich mit Süßigkeiten.

 

Deine Augen machen aus tausend Strahlen eine Farbe
Deine Ohren machen aus tausend Schwingungen einen Ton
Deine Händen fühlen in tausend Bewegungen einen Körper
Dein Denken macht aus tausend Wahrnehmungen eine Idee.

Dein Wahrnehmen ist gefilterte Welt
Dein Denken ist gefilterte Wahrnehmung
Dein Streben ist gefiltertes Denken -
Was ist es, das Du da greifst?

 

Des kreisenden Vogels Spähen gilt nur der Beute
Des Rehes Lauschen gilt nur der Gefahr
Des Hundes Schnüffeln gilt nur den Reizen
Deiner Gedanken Umherlaufen gilt nur der Befriedigung.

 

Du gehst zu den Lustigen
Doch ihr Lachen ist ohne Freude
Du suchst den Reichtum
Doch er lastet auf Deiner Seele
Du suchst den Erfolg
Doch der Glanz blendet Dich
Du gehst zu den Weisen
Doch ihre Weisheiten sind Gefäße ohne Böden
Du rufst Deinen Gott
Und hörst nur Dein Echo
Du fliehst in die Stille
Doch Dein Schreien will niemand hören
Du suchst den Tod
Doch Dein Suchen ist das Leben -
Was Du suchst, erreichst Du nicht
Was Du fliehst, verläßt Dich nicht.

 

 

Ist jeder Halt zerbrochen
Fällst Du nicht um
Ist jedes Haus zerstört
Fällt Dich nichts an
Ist jeder Wunsch vergiftet
Reißt Dich nichts fort
Ist alles verloren
Kommt die Welt zu Dir.

 

 

Die Welt ist offen
Du suchst zu schließen
Die Welt ist verbunden
Du suchst zu trennen
Die Welt ist Verwandlung
Du versuchst die Form.

 

In Deiner Mitte fühlst Du die Welt
Mit Deinen Sinnen veränderst Du die Welt
Mit Deinem Denken fliehst Du die Welt
In Deinem Streben zerstörst Du die Welt

 

 

Du zwingst die Stoffe in Deine Form
Doch sie zerfallen
Du zwingst Deine Kinder in Deine Form
Doch sie wenden sich gegen Dich
Du zwingst die Gesellschaft in Deine Form
Doch Menschen werden das nicht
Du zwingst Dich selber in Deine Form
Und sie zerbricht Dich.

 

 

Die Strahlen der Welt durchdringen Dich
Die Schwingungen der Welt erschüttern Dich
Die Kräfte der Welt bewegen Dich -
Dein Reden von Freiheit betrügt Dich.

 

Du redest von Freiheit
Und Dein Motiv ist Zwang
Du redest von Sicherheit
Weil Du sie suchst
Du redest von Unabhängigkeit
Und wartest auf Beifall -

Du kannst nichts Böses tun
Denn Du bist die Konstellation
von hunderttausend Konstellationen.

 

Du hast Mut, in den Weltraum zu fliegen
Doch Du zitterst vor Gespenstern
Du beherrschst Atome und Raketen
Doch Dein Denken beherrscht sich nicht
Du ordnest das Leben von Völkern
Doch Deine Gedanken ordnen sich nicht
Du verfügst über den Tod anderer Menschen
Und weißt nicht, ob Du nicht an Dir selbst zerbrichst.

 

Die Mechanik Deiner Logik täuscht Dich
Lebendiges bewegt sich nicht gradlinig
Materie bewegt sich nicht beziehungslos
Kannst Du ungradlinige Bewegung verstehen
Kannst Du allseitigen Bezug sehen
Ist die Mechanik Deiner Logik zu Ende.

 

 

Du bewahrst Deine Täuschung
Und erlebst Deine Macht
Du bewahrst Illusionen -
Und fühlst Deine Ohnmacht.

 

 

Du redest von Fortschritt
Und bewegst Dich auf der Stelle
Du machst Revolutionen
Und wiederholst die Unterdrückung
Du glaubst an das Neue
Und Dein Denken orientiert sich beim Alten
Du strebst nach vorn
Und schaust nach hinten.

 

Dein Lebensraum erhebt sich aus dem Dunkel der Welt
Du schaust Deine Krone an
Und fühlst Deine Wurzeln
Zwischen beiden spannt sich Dein Leben -
Du hängst an dem einen
Und meidest das andere.

Willst Du in der Welt ruhen
Mußt Du den Geschmack der Welt lieben
Willst Du den Geschmack der Welt lieben
Mußt Du ihn kennenlernen
Willst Du ihn kennenlernen
Mußt Du feinfühlig werden
Willst Du feinfühlig werden
Mußt Du allen Widerstand aufgeben
Willst Du allen Widerstand aufgeben
Mußt Du auf dem Fleck sitzen bleiben
Mußt stehen bleiben, wo Du stehst -
Das Festgehaltene weicht von Dir
Das Unterdrückte gesellt sich zu Dir
Dein Ich stirbt tausend Tode
Die Welt wird in Dir geboren.

In Deinem Widersstehen spannt sich die Welt
In Deinem Streben erhebt sich die Welt
In Deinem Wirken verwandelt sich die Welt
In Deinem Sterben entspannt sich die Welt

In Spannung und Entspannung erklingt
Die Harmonie der Welt.

Du greifst nach Reichtum und verurteilst die Diebe
In beidem wirkt Dein Widerstand
In beidem wirkt die Spannung der Welt
Du baust Atombomben und verfluchst ihre Wirkung
In beidem wirkt Dein Widerstand
In beidem wirkt die Spannung der Welt
Du baust eine Welt und hast Angst vor Zerstörung
In beidem wirkt Dein Widerstand
In beidem wirkt die Spannung der Welt
In Dir erhebt sich ein Ich und sucht sein Heil
In beidem wirkt Widerstand und die Spannung der Welt

 

Das Böse ist nur ein Schein
Im Spiegel Deiner Moralen
Zerstörung ist nur ein Schein
Im Spiegel des Formens
Verlieren ist nur ein Schein
Im Spiegel Deines Ergreifens
Dein Weilen ist nur ein Schein
Im Fluss der ewigen Bewegung.

 

 

Die Arbeit Deiner Sinne ist Ergreifen und Widerstand
Drum entstehen Schönes und Häßliches
Wohlklang und Mißklang, Schmackhaftes und Schmackloses
Die Arbeit Deines Denkens ist Ergreifen und Widerstand
Drum entstehen Verstehen und Nichtverstehen.

 

 

Dein Lieben ist Nichtergreifen
Dein Sterben ist Nichtergreifen
Dein Weltoffensein ist Nichtergreifen -
Diesem gilt Deine verborgene Sehnsucht.

 

Deine Zellen sind permanenter Austausch
Dein Blut ist permanenter Fluss
Dein Hirn ist permanente Reaktion
Deine Idee ist der Versuch, alles anzuhalten.

 

 

Die Basis Deines Ideenturmes ist Dein Widerstand
Die Steine Deines Ideenturmes sind Deine Vorstellungen
Der Mörtel ist Dein Ergreifen
Die Spitze ist Dein ICH.

 

In Deinem Spiel erscheinen Möglichkeiten
Dein Denken erkennt diese Möglichkeiten
Dein Streben ergreift diese Möglichkeiten
Dein Leben wird abhängig von diesen Möglichkeiten.

 

Deine Gedanken ruhen sich aus
Wenn sie von einem Buch geführt werden
Wenn sie von einem Spiel amüsiert werden
Wenn sie von einer Aufgabe diszipliniert werden
Wenn sie in einen Traum entlassen werden
Deine Gedanken ruhen sich aus
Wenn sie von Dir nicht festgehalten werden.

 

Wenn das Leben an sich selber leidet
Heilt sich das Leben
Schiebt sich eine Vorstellung dazwischen
Bleibt Dein Leiden steril.

 

Du willst Deinen Schmerz nicht sehen
Denn Du schaust lieber die Heilmittel an
Du wagst Deine Qual nicht zu bekennen
Denn Du meinst, Du müßtest ihr Meister sein
Du wagst nicht Deinen Gott zu verfluchen
Denn Du denkst, er müßte Dein Ebenbild sein.
Du willst nicht zur Wurzel gehen
Denn dort bist Du klein.

 

Du sagst, Du magst dieses Essen nicht
Es ist Dein Geschmack, den Du nicht magst
Du sagst, Du magst dieses Wetter nicht
Es ist Deine Erwartung, die Du nicht magst
Du sagst, Du magst diese Gesellschaft nicht
Es ist Deine Anschauung, die Du nicht magst
Du sagst, wenn Du es wagst, Du magst diese Welt nicht
Es ist der Geschmack von Dir selber, den Du dann wahrnimmst.

 

 

Du meinst, Du kannst wie ein Kindlein bleiben
Daß Du das denkst, zeigt, daß Du es nicht bist
Du meinst, Du kannst ohne Ideen bleiben
Was Du da denkst, ist eine Idee
Du meinst, Du kannst ohne Absturz bleiben
Wenn Du das hoffst, ist er Dir nahe.

 

 

In Deinem Leibe entwickelt das Lebendige Härte
Um, zerbrechend, heimzukehren in die Verwandlung
In Deinen Ideen entwickelt das Lebendige Verirrung
Um, zerbrechend, heimzukehren in die Wahrheit
In der Menschheit entwickelt das Lebendige Brutalität
Um, zerbrechend, heimzukehren in die Schönheit.

 

 

Du mußt gewaltig irren
Um die Wahrheit tief zu erfahren
Du mußt gewaltig triumphieren
Um Deine Nichtigkeit zu erfahren -
Glaubst Du, Du kannst eines Menschen Weg abkürzen?

 

 

Du rückst die Stoffe zurecht
Und Deine Mühe nimmt kein Ende
Du rückst die Kreaturen zurecht
Und Dein Töten nimmt kein Ende
Du rückst die Welt zurecht
Und die Zerstörung kommt auf Dich zurück.
Kannst Du ein Spinnennetz nachmachen?

 

 

So, wie Du diesen Augenblick erlebst
Will das Lebendige in Dir den Augenblick erleben
So, wie die Menschheit diesen Augenblick erlebt
Will das Lebendige in der Menschheit sich erleben.

Verdammst Du einen Gedanken in Dir
Verdammst Du eine lebende Zelle
Verfluchst Du ein Gefühl in Dir
Verfluchst Du lebendiges Blut
Verurteilst Du einen Schuldigen
Dann verurteilst Du einen Menschen
In dem Dein Gedanke Fleisch und Dein Gefühl Blut wurden.

Deine Häuser sperren Dich ein
Dein Wissen kettet Dich an
Deine Wünsche zerren Dich umher
Doch Leben ist Bewegung aus sich selbst
Dein Atem wird nicht von Dir gemacht
Dein Feuer wird nicht von Dir entfacht
Dein Wirken wird nicht von Dir verursacht
Denn Leben ist Bewegung aus sich selbst.

 

Mal zerschlägst Du den Stein
Mal erschlägt er Dich
Du siehst Deine Farbe aus dem Übrigen Grau hervorstechen
Doch unterschiedlos ist der Allzusammenhang.

 

Wird Lebendiges gereizt
Wächst Widerstand oder Begehren
Werden Menschen gereizt
Wächst das Ich
Ist das Ich stark
Ist die Blindheit groß
Und die Zerstörung nimmt kein Ende.
Drum mußten die, die Menschen verändern wollten
Vor ihnen fliehen
Drum wurden die Worte derer,
Die Menschen etwas Gutes verhießen
Die Quelle endloser Zerstörung -
Weil das Ich gestärkt wurde.

 

Hast Du etwas im Auge, sieht Dein Auge nicht klar
Hast Du Dein Denken gebunden, ist es unbeweglich
Ist Dein Ich stark
Ist Deine Orientierung schwach.

 

Die Gnade Deiner Krankheit ist
daß sie Dich Dein Kranksein nicht sehen läßt
So bleibt Dir großer Schmerz erspart
Der Fluch Deiner Krankheit ist
Daß die Dich Dein Kranksein nicht sehen läßt
So bleibt Dein Kranksein bewahrt.
Doch wenn Lebendiges an sich selbst leidet
Geht es aus allem heraus.

 

Entsteht in Deiner Mitte das Gefühl von Mangel
Bewirkt es an Deinen Rändern Ergreifen
Die Augen suchen reizvolle Bilder
Die Ohren reizvollen Klang
Der Gaumen reizvollen Geschmack
In Deinem Denken entstehen reizvolle Vorstellungen.
Bleibst Du in der Mitte
Erfüllt sie sich selbst.

 

Binden leibliche Freuden Dich
Wird in leiblichen Freuden Lebendiges sich entspannen
Binden Worte und Bücher Dich
Wird im Gebrauch von Worten Lebendiges sich entspannen
Binden Mystik und Glauben Dich
Wird in Mystik und Glauben Lebendiges sich entspannen
Binden hoch und niedrig Dich
Wird im Höherstreben Lebendiges sich entspannen
Will Dir jemand Deine Fesseln abnehmen
Wirst Du Dich zur Wehr setzen
Niemand ist gerne seines Erlösungsmediums beraubt.
Doch will Lebendiges sich befreien
So wird es geschehen -
Du aber kannst das Atmen Deiner Seele nicht verändern.

 

 

Es ist so schwer
Aus dem Schein der Macht
Hinabzusteigen in die Wahrheit der Ohnmacht
Du bist süchtig wie ein Moskito
Der für einen Tropfen Blut alles riskiert
Du bist geblendet, weil Du sagen kannst
"Es werde Licht", wenn Du den Schalter betätigst
Du eroberst die höchsten Gipfel
Doch Deine Triumphe werden durch Deine Finger rinnen
Und das Tal der Schmerzen wartet auf Dich
Denn, schau, leicht ist Dein Nichtsein zu erkennen:
Tag und Nacht

Aufstieg und Abstieg
Wachsen und Zerfallen sind Reaktionen
Hunger Frieren Angst sind Reaktionen
Sehen Fühlen Erkennen sind Reaktionen
Verstehen und Nichtverstehen
Sich Zuwenden und Abwenden
Sich Öffnen und Verschließen sind Reaktionen
Verschlingen und Ausscheiden
Gnade und Fluch
Verfinsterung und Erleuchtung sind Reaktionen

Du aber bist dieses alles.

 

 

Lebendiges erlebt den Schein der Form
In wiederkehrender Bewegung
Im Zyklus vollzieht sich Gebären
Im Zyklus vollzieht sich Ernähren
Im Zyklus erlebt es die Seligkeit des In-der-Welt-Seins
Doch nichts wiederholt sich.
Der Zwang zur Wiederkehr ist in all´ Deinem Tun -
Und leicht geraten die Kreise steril.

 

 

Zu wiederkehrender Bewegung
Organisiert sich die Materie
Um in Spannung zu erleben
Die eigene Bewegungsform
Das eigene Kreisen
Aus mystischer Energie.
Den Rhythmus zu wahren
Ist des Vitalen Interesse
Die Zerstörung des Rhythmus
Erlebt es als Tod -

Wenn der Rhythmus Deiner sterilen Kreise gestört wird
Zerbrechen sie
Und Du erfährst die Gnade des Sterbens.

 

 

Als Störung wirkt das Neue
In den Kreisen Deiner Gedanken
Als Störung wirkt das Neue
Auf die Richtung Deines Gehens
Als Störung wirkt das Neue
In das Verhängnis Deines Strebens -
Die Welt holt das Verirrende zurück.
Du aber kannst das Tor zur Freiheit nicht sehen.

 

 

Einst sahest Du ein Land von namenloser Schönheit
Hast Du das vergessen?
Einst kam Dein Tun aus der Quelle der Unschuld
Hast Du das vergessen?
Einst war in Deinem Fühlen die ganze Welt
Hast Du sie weggeschmissen?

Es ist alles noch in Dir.

Sobonfu E. Somé

Die Bewahrerin der Rituale vom Dagara-Volk in Burkina Faso.
Sie ist im Januar 2017 gestorben. Sobonfu vergleiche ich immer (in etwa) mit dem Dalai Lama.
Auch Sobonfe wurde als Kind in ihrem Volk gesucht und wurde - über Jahrzehnte - zu einem weisen Menschen.
Vielleicht gehört der Dalai Lama auch hier rein, ganz sicher bin ich mir noch nicht.

 

Im Stamm ist man gezwungen seinen Lebensrhythmus zu bremsen, in der Gegenwart des Augenblicks und im Einklang mit Erde und Natur zu leben. Geduld ist dabei unerlässlich, und niemand scheint zu verstehen, was Eile für einen Sinn hat.

 

Das Dorf oder der eigene Stamm wird als riesiger Baum mit tausenden von Ästen betrachtet. Wenn ein Teil dieses Gebildes erkrankt ist, muss man den ganzen Baum untersuchen. Ist jemand krank, kümmert sich also das ganze Dorf um ihn. Auf diese Weise wird jeder daran erinnert, dass alle gefährdet sind.

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Marie von Ebner-Eschenbach

Marie Freifrau Ebner von Eschenbach, auch: Marie von Ebner von Eschenbach
* 13. September 1830 auf Schloss Zdislawitz bei Kremsier in Mähren

    als Marie Dubský von Třebomyslice (Freiin Dubský von Třebomyslic)
† 12. März 1916 in Wien, Österreich


Marie von Ebner von Eschenbach war eine mehrsprachige (französisch, deutsch, tschechisch) mährisch-österreichische Schriftstellerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts.

Sie war eine Autodidaktin, die mit 11 Jahren die Bücher ihrer verstorbenen Großmutter in der Bibliothek in Zdislawitz einordnen musste. Sie las Querbeet – alles interessierte sie. Dadurch entwickelte sich ein Freigeist, der für die damalige Zeit einmalig war und der Autoritäten und die Metaphysik ablehnte.

Marie von Ebner-Eschenbach wurde 1900 als erste Frau von der Universität Wien mit einem Ehrendoktorhut ausgezeichnet.

Marie von Ebner-Eschenbach, die Gräfin Marie von Dubsky, spätere Baronin von Ebner-Eschenbach, war eine beeindruckende Frau, die schon in frühen Jahren eine neugierige, ein fantasievolle, eine eigenwillige, eine selbstbewusste Dame wurde.
Sie machte sich über vieles lustig, was damals als gegeben und heilig galt:

Über den Adel, über die Kirche, über Bevormundungen aller Art.
Gegen den Widerstand ihrer Familie wurde sie Dichterin und wurde zum Literaturnobelpreis vorgeschlagen.


Ihrer vielen, hervorragenden, einmalig guten Aphorismen sagen mir, dass sie ein weiser Mensch war.

Einer davon ist: "Wer nichts weiß, muss alles glauben"
 

Dieser Spruch zeigt für mich eine Seelenverwandtschaft mit Marie von Ebner von Eschenbach auf. Wenn Du dem nachgehen willst, dann sehe Dir "Gläubige - Wissende" an, oder "Der Glaube ist das allergrößte Problem der Menschen", oder "Andauernder Wahnsinn Glaube"

Werner Braun

den ich erst spät, im Jahr 2017 entdeckte.

 

Hier die Botschaft von Werner Braun:
Da fast mein gesamtes Leben nur aus schweren Schicksalsschlägen bestand und ich außerdem die großen Probleme sehr vieler Menschen kennenlernte, beschäftigte ich mich schon früh mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und dem Warum der Schicksalsschläge.
Anstatt gehässig und verbittert zu werden, wie leider fälschlicherweise viele Menschen auf die negativen Erfahrungen reagieren, betrachtete ich alles mit Herz und Verstand, verlor niemals den Mut, die Gelassenheit oder den Humor, und schrieb meine Gedanken in Form von Aphorismen nieder.
Mögen diese Ihnen, liebe Leser, Rat, Kraft und Hilfe geben.
Immer dem Negativen einen eisernen Willen und ein festes, unerschütterliches Herz entgegensetzen!


Dies ist entlehnt aus: Aphorismen.de und aus zitante.de und dort findest Du weitere, sehr gute Gedanken von Werner Braun. Mehr als gut und sehr lesenswert!
Werner Braun kommt mit seinen Gedanken meinen Gedanken sehr nahe. Woran das wohl liegen mag?
Die Antwort - meine Antwort - durch einen Spruch von mir vom 24.03.2008:

Wenn es den Menschen gut geht, dann werden sie geistig träge. Wenn es den Menschen schlecht geht, dann sind sie geistig rege.
Verstanden? Wenn nicht, dann lies noch mal unter "
Wissenwiedergeber" nach und was ich von den "Intellektuellen" (Nr. 148) halte.


In Definition-Bewusstsein.de sind in meiner Biographie ganz am Ende meine 3 Leistsprüche zu finden: Der Leitspruch Nr. 3 passt hierher: "Mein Glück in meinem Leben war, soviel Probleme, Leid und Unglück miterleben zu dürfen. Das bedeutete für mich, viel dazulernen zu dürfen." Das passt auch zu den Gedanken von Werner Braun und seinem Leidensweg, der schon mit 55 Jahren endete. Da bin ich ja froh - heute am 26.07.2017 - schon 66 Jahre erreicht zu haben.

Wer nichts weiß, muss alles glauben. Spruch von Marie von Ebner-Eschenbach
Nicht jene, die streiten sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen. Spruch von Marie Ebner-Eschenbach
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